Planung | 12. 03. 2020
by Jannik Bürckel
Supply Chain Planning endet nicht am Hoftor

INTEGRIEREN SIE IHRE INTERNE LOGISTIK IN DIE GANZHEITLICHE SUPPLY CHAIN PLANUNG


Sowohl die Inbound- als auch die Outbound-Logistik wird präzise geplant - doch was passiert dazwischen? Logistische Prozesse auf dem Werksgelände werden häufig vernachlässigt, obwohl ihre Optimierung viel Potenzial bietet. Wenn Sie das Planungspotenzial für ihre werksinterne Logistik erkennen, können Sie sowohl finanziell durch effizientere Ressourcenauslastung als auch operativ durch robustere Prozesse profitieren. 

Wir erklären, wie Sie mit Hilfe von systembasierter Planung unter Zuhilfenahme von Planungsvarianten und Planungsläufen und einem Eignungs-Konzept komplexe Planungsprobleme lösen und Ressourcenengpässen vorbeugen.



EXTERNE EINFLÜSSE AUF DIE WERKSINTERNE LOGISTIK

Die werksinterne Logistik muss häufig auf externe Einflüsse reagieren. Beispielsweise legt ein Produktionsplan fest, welches Material zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort verfügbar sein muss, oder ein Lieferplan bestimmt die Lagerzeiten für Güter. Werksinterne Prozesse werden dabei häufig nicht automatisch, sondern klassisch (im Sinne von manuell) mit Papier und Stift geplant.



LASSEN SIE DAS SYSETEM PLANEN

Diese werksinternen Prozesse können durch ausgereifte, systembasierte Planung verbessert werden. In einfachen Worten kann man diese Planung so zusammenfassen: Das System vergleicht den Bedarf an logistischen Aktivitäten mit den Kapazitäten und Fähigkeiten der logistischen Infrastruktur. Dafür werden die vorhandenen Ressourcen wie Transportwagen, Stapler, Kräne, Rampen und Personal herangezogen und beispielsweise gegen die prognostizierten Anlieferungen und daraus resultierende Aktivitäten gehalten.



PLANUNGSVARIANTEN

Unterschiedliche Planungsvarianten können für verschiedene Planungshorizonte aufgesetzt werden.

Langfristige Planung

Für eine Woche und länger im Voraus kann es ausreichend sein eine Planungsvariante zu haben, die mit geringer Granularität den erwarteten Bedarf an logistischen Aktivitäten gegen die vorhandenen Ressourcen vergleicht. Das System gibt frühe Warnungen für vorhersehbare Engpässe, auf die in der Planung durch die temporäre Erhöhung von Ressourcen oder eine Umplanung der Aktivitäten rechtzeitig reagiert werden kann.


Kurzfristige Planung

Für die nähere Zukunft von einigen Tagen kann eine detailliertere Planungsvariante mit präzisen Regelwerken und dedizierter Zuordnung von Ressourcen zu Aktivitäten herangezogen werden. Falls in dieser Planungsvariante Konflikte in der Ressourcenplanung entstehen, können Warnungen hervorgerufen werden, die das Planungsteam rechtzeitig informieren und die Umplanung mit Alternativvorschlägen unterstützen.

Langfristige PlanungFür eine Woche und länger im Voraus kann es ausreichend sein eine Planungsvariante zu haben, die mit geringer Granularität den erwarteten Bedarf an logistischen Aktivitäten gegen die vorhandenen Ressourcen vergleicht. Das System gibt frühe Warnungen für vorhersehbare Engpässe, auf die in der Planung durch die temporäre Erhöhung von Ressourcen oder eine Umplanung der Aktivitäten rechtzeitig reagiert werden kann.
Kurzfristige PlanungFür die nähere Zukunft von einigen Tagen kann eine detailliertere Planungsvariante mit präzisen Regelwerken und dedizierter Zuordnung von Ressourcen zu Aktivitäten herangezogen werden. Falls in dieser Planungsvariante Konflikte in der Ressourcenplanung entstehen, können Warnungen hervorgerufen werden, die das Planungsteam rechtzeitig informieren und die Umplanung mit Alternativvorschlägen unterstützen.


PLANUNGSLÄUFE

In einem Planungslauf wird eine Planungsvariante auf einen definierten Planungszeitraum angewandt. Dies kann automatisiert geschehen, beispielsweise in nachts ausgeführten Planungsläufen für vordefinierte Zeithorizonte, oder aber manuell von Planern zu einem beliebigen Zeitpunkt angestoßen werden. Innerhalb einer „Frozen Zone“, einer flexibel definierbaren Zeitspanne von beispielweise der aktuellen Schicht, können automatische Planungsläufe eingeschränkt werden. So dürfte zu dieser Zeit nur manuell vom Planungsteam geplant werden, um die aktuellen Zuordnungen nicht über den Haufen zu werfen. Sämtliche Planungsvarianten sind dabei frei konfigurierbar, um den Anforderungen des zugrunde liegenden Falls gerecht zu werden.

Zentrale Objekte der Planung

Zentrale Objekte der Planung



AD-HOC UMPLANUNGEN

Obwohl eine präzise Planung Störungen minimieren kann, wird die Realität immer spontane und unvorhersehbare Plananpassungen erfordern: Anlieferungen verspäten sich, Bestellungen werden storniert und Ressourcen fallen aus. Ein gutes Planungssystem kann den Einfluss dieser Störungen minimieren und die Umplanung unterstützen. Frühe Warnungen und Alternativvorschläge können dem Planungsteam unterbreitet werden, um zeitnah reagieren zu können.

Das Gantt UI als zentrales Element der Planung.

Das Gantt UI als zentrales Element der Planung.



WIE KÖNNEN ECHTZEIT-RÜCKMELDUNGEN DEN PLANUNGSPROZESS VERBESSERN?

Ein ausgereiftes Planungssystem verbessert nicht nur die Vorabplanung, sondern auch die Ausführung und Rückmeldung der zu erledigenden Arbeiten. Die Arbeiter benutzen mobile Endgeräte, um Aufträge zu erhalten und bei abgeschlossener Bearbeitung Rückmeldung zu geben. Diese Livedaten werden im System gegen den Plan des Systems verglichen und Abweichungen können verarbeitet werden. 



FEHLERQUELLEN MINIMIEREN

Zusätzlich können mit den mobilen Endgeräten QR-Codes oder Barcodes gescannt werden, welche an Lokationen, Behältern oder Gütern angebracht sind. Somit werden Fehler minimiert. Eine robuste Datenerfassung mit einem geringem Fehlerpotenzial ermöglicht einen verlässlichen Planungs- und Ausführungsprozess ohne Aufwände für die Korrektur von Fehlern.



PRÄZISE PLANUNG DURCH DIE VERWENDUNG VON EIGNUNGEN

Um die Präzision der Planung zu erhöhen, kann ein Eignungs-Konzept in die Planung integriert werden. Eignungen arbeiten in zwei Richtungen: Es gibt benötigte Eignungen, um eine Aufgabe ausführen zu können und Eignungen, die eine Ressource mitbringt. 

Ein Beispiel verdeutlicht dies: Um Güter von einem LKW zu entladen ist ein Kran erforderlich. Dieser Kran ist für das System eine benötigte Eignung, welche durch das Zuordnen eines Krans zu der Aktivität erfüllt werden kann. Für die gleiche Aktivität ist ein Arbeiter erforderlich, der den Kran bedienen darf. Um auch diese benötigte Eignung zu erbringen, muss ein Arbeiter mit entsprechender Eignung der Aktivität zugeordnet werden. 



VIELFÄLTIGE MÖGLICHKEITEN IN DER AUSPRÄGUNG VON EIGNUNGEN

Für ein Eignungs-Konzept sind viele Anwendungsgebiete denkbar: der Umgang mit Gefahrstoffen, Zonen mit Zugangsbeschränkungen, Kapazitäten, Tragfähigkeiten oder jede andere Art von Berechtigung, Kapazität oder Ausbildung, durch die sich Ressourcen oder Arbeiter bei der Zuordnung zu Aktivitäten unterscheiden lassen. Das System berücksichtigt das Eignungs-Konzept in seiner automatisierten Planung. Je sorgfältiger das Eignungs-Konzept dabei definiert ist, desto präziser ist auch die daraus folgende Planung.

Leerwagenplanung in einer listenbasierten Ansicht mit Auslastungschart.

Leerwagenplanung in einer listenbasierten Ansicht mit Auslastungschart.



AUTOMATISIERTE PLANUNG ZUGESCHNITTEN AUF IHREN ANWENDUNGSFALL

Die Möglichkeiten zur verbesserten Planung von werksinterner Logistik sind vielfältig und reichen von Anwendungsfällen mit einer rein zeitlichen Planung der Arbeiter bis zu komplexen Planungsszenarien mit Ressourcenplanung, Lokationsermittlungen, Regelwerken und Eignungs-Konzepten. Abhängig vom vorliegenden Fall kann ein Planungssystem an Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst werden, um eine optimale Lösung zu erzielen.

Welchen Anwendungsfall sehen Sie in Ihrem logistischen Umfeld? Sprechen Sie uns an!

Bei Fragen zu diesem oder anderen Themen im Blog wenden Sie sich gerne an blog@leogistics.com.

Jannik Bürckel 
Thomas Pasberg
Consultants SAP Logistics