SAP EWM | 13. 06. 2019
by Henry Böhland
Sind Sie auf ihre SAP EWM Migration gut vorbereitet?

WAS BEDEUTET EIGENTLICH MIGRATION AUF SAP EWM?

Stellen Sie sich eigentlich bereits die richtigen Fragen, bei der bevorstehenden Migration Ihrer Lagerprozesse?

• Müssen Ihre Migrationsprojekte parallelisiert werden?
• Sollte Ihr EWM vor der Warenwirtschaft umgestellt werden?
• Ist eine Migration erst auf ein dezentrales EWM mit anschließender Rückführung auf ein Embedded EWM sinnvoll?
• Wie können Sie die Risiken minimieren?

Hier finden Sie wichtige Werkzeuge für Ihren Systemumzug zu S/4 EWM.

DIE ENTSCHEIDUNG FÜR EINE DEPLOYMENT STRATEGIE

Bei einer Umstellung auf SAP EWM muss zunächst entschieden werden, ob ein Embedded EWM, ein dezentrales EWM oder gar eine Cloud-Lösung favorisiert wird. Allein die Fragestellung nach der Deployment-Variante hat strategischen Charakter.

Sie definiert zum Beispiel, ob man zukünftig vollständige Governance- und Prozesskontrolle hat (on-Premise) oder doch den Betrieb an einen Dienstleister abgibt (Cloud-Lösung) und damit SAP EWM Standardgeschäftsprozesse nutzt. Entscheidet man sich für die Cloud-Variante (Standard oder Single-tenant Edition) bedeutet dies automatisch eine Neu-Implementierung (Greenfield). In diesem Fall ist lediglich eine Daten-Migration möglich, keine Übernahme von kundenspezifischen Sonderprozessen.

Da zwischen unterschiedlichen Migrationsformen unterschieden wird, an dieser Stelle ein kurzer Exkurs. Wir konzentrieren uns hier auf für den Beitrag notwendige Differenzierungen:

• Daten-Migration: Hierbei ist die minimalste Form der Migration gemeint. Es werden Daten wie Lagerbestand, Lagerplätze oder Lagerproduktinformationen in das Zielsystem übernommen.
• Software-Migration: Diese Form der Migration wird eher als Prozess angesehen und beschreibt die Übernahme von Customizing-Einstellungen und Codezeilen ins Zielsystem. Im Idealfall stehen Dienstprogramme zur Verfügung.

WELCHE SAP EWM VERSION IST DIE RICHTIGE FÜR MICH?

Inwieweit eine Basic-Version des SAP S/4HANA Supply Chain Management for EWM (kurz Embedded EWM) Ihren Funktionsbedarf abdeckt, muss ebenfalls geklärt werden. Sobald für die logistische Prozessabwicklung beispielsweise Wellenmanagement, Transporteinheiten oder die Integration mit Lagerautomatisierung notwendig sind, wird die Wahrscheinlichkeit einer Advanced-Version größer; bis hin zur dezentralen EWM-Installation. Je nach Ausgangslage, Zielarchitektur und Reihenfolge der Umstellung (beispielhaft zuerst ERP auf S/4HANA und dann LE-WM auf Embedded EWM) kann auch eine toolbasiere Software-Migration Teilschritte der Projektierung erleichtern. Alternativ kann das Warehouse Management Modul (LE-WM) auch vom bestehenden ERP System entkoppelt werden.

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WAS BEDEUTET DAS FÜR MEINE SAP EWM MIGRATION?

Der finale Schritt bei einem Umzug auf ein Embedded EWM in S/4HANA und bei einem dezentralem EWM auf S/4HANA stellt immer eine Systemkonversion dar und bedeutet eine Neuimplementierung. Inwieweit zukünftige SAP-Tools zur Umstellung bereitgestellt werden, bleibt abzuwarten.

Ob mit Migrationstools oder dem manuellen Einstellen bestehender Prozesse, einem solchen Migrationsprojekt muss immer ein ausreichender Testplan zu Grunde gelegt werden. Und das von Tag 1 der Umstellung. Erfahrungswerte zeigen, dass man entweder das Migrationstool testet oder den über das Customizing eingestellten Prozess. Warum also nicht den Aufwand in Kauf nehmen, und die Umstellung von EWM auf S/4HANA als ganzheitliche Transformation organisieren?

Das bedeutet für Sie:

• Eine Migration der notwendigsten Daten, beispielsweise für Lagerplatzupload (/SCWM/SBUP) oder Bestandsupload (/SCWM/ISU).
• Alle weiteren Einstellungen manuell vorzunehmen und im Prozessverbund testen. Somit kann auch im Brownfield-Ansatz optimiert und ausgemistet werden.

WIE KANN EINE MÖGLICHE ROADMAP AUSSEHEN UND WELCHE INSTRUMENTE SOLLTE ICH NUTZEN?

SAP S/4HANA bietet unterschiedliche Möglichkeiten verschiedene Lager im selben Client abzubilden: Es ist technisch möglich, Standorte zur gleichen Zeit auf Embedded EWM, einige auf LE-WM und andere auf einem dezentralen EWM-Server zu organisieren. Diese Situation macht eine sequenzierte Umstellung bis 2025 möglich – die richtige Migrationsstrategie und Umstellungsreihenfolge vorausgesetzt.

Um diese zu ermitteln, bieten sich diverse Werkzeuge an:

  1. MACHBARKEITSANALYSE – FINDEN SIE IHRE EASTER EGGS
    Ein erster Erfolgsfaktor bei der Umstellung auf S/4 EWM ist die Analyse Ihrer Prozesse und Anforderungen. Die Prüfung und Bewertung Ihrer Geschäftsprozessanforderungen zusammen mit Ihrem aktuellen Customizing ist für das Aufzeigen von Lösungsansätzen für Ihre S/4HANA-Umstellung entscheidend. Hierbei sollte auch die Bewertung der Stakeholder-Interessen und möglicher Optimierungspotenziale keines Falls zu kurz kommen. Mitunter erwartet das Business mehr vom neuen System als es im Stande ist zu leisten. Kennen Sie Ihre Erwartungen an die User Experience Ihrer Projektstakeholder wie Logistik, Quality Assurance oder Einkauf?

    Mit der Machbarkeitsanalyse prüfen Sie auch die Umsetzbarkeit von Projektstrategien und Migrationsszenarien.*
  2. CUSTOM CODE REVIEW – ADAPTIONSPOTENZIALE VORHANDEN?
    Für ausgewählte Teilprozesse ist Effizienz und Effektivität in der Lager- und Intralogistik ausschlaggebend. Diese können von Industrie zu Industrie aber auch von Unternehmen zu Unternehmen einer Branche unterschiedlich sein. Um nun Operational Excellence logistischer Prozesse zu erzielen, ist daher kundenspezifische Entwicklung erforderlich. Das war mit LE-WM der Fall und kann für SAP EWM ebenfalls zutreffen. Hierunter zählen zum Beispiel SAP WM User Exits für die Transportauftragserstellung, die ausprogrammiert werden konnten. Mitunter wurden ganze Funktionsgruppen im kundeneigenen Namensraum entwickelt.

    Das schafft Wettbewerbsvorteile. Inwieweit nun Ihre eigenen entwickelten Funktionen mit einem Systemumzug auf SAP EWM genutzt werden können, sollte vorab geprüft werden.

    Darüber hinaus gibt es einige Techniken und Datenbankobjekte, die in S/4HANA nicht funktionieren und ersetzt werden müssen. Der Einsatz der sogenannten ABAP Database Connectivity sowie ABAP-CDS-Views ermöglicht zukünftig einen Performance Boost bei Datenabfragen.

    Lassen Sie uns also prüfen, ob Ihre eigenen Codezeilen weiterhin genutzt werden können und Optimierungen bei Datenbankabfragen die Leistungsfähigkeit steigern. Mit unserem Custom Code Review reduzieren Sie Ihr Kosten- und Terminrisiko im Projekt.
  3. S/4 PROTOTYPE – EIN ERSTER ENTWURF FÜR DAS LOOK-AND-FEEL
    Unter Mithilfe eines Prototyps wird sichergestellt, dass Ihre SAP Prozesse auf Ihre Geschäftsanforderungen ausgerichtet werden. Das heißt nicht zwangsläufig, dass sämtliche Prozesse grob oder auch detailliert in einem separaten System abgebildet werden müssen - Nutzen Sie einen geeigneten Ansatz, zum Beispiel als Kollaborationsprojekt mit allen Beteiligten.

*Näheres finden Sie in unserem Blog: Machbarkeitsanalyse bringt Kostentransparenz

 

ES GIBT KEINEN KÖNIGSWEG

Neben der Frage, welcher Projektansatz gewählt werden soll (Greenfield vs. Brownfield), ist auch wichtig, dass eine Entscheidung für eine SAP S/4HANA Migration individuell getroffen werden muss.

Eine Rolle spielen dabei:

• Die aktuellen Umstellungsbemühungen und zeitlichen Pläne bei der SAP S/4HANA Einführung für die ERP-Prozesse
• Der Erhalt von Wettbewerbsvorteilen durch aktuelle Modifikationen und Logistikprojekte (zum Beispiel Lagerneubauten und Automatisierungsvorhaben in der Intralogistik).

Ausschlaggebend wird sein, welche Deployment-Option je Lagerstandort zur Strategie und Planung des Unternehmens passt.

Bei Fragen zu diesem oder auch anderen Themen rund um SAP EWM wenden Sie sich gerne an blog@leogistics.com.

Henry Böhland
Senior Consultant SAP Logistics

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