Digital Supply Chain | 01. 08. 2019
by Frank Würschnitzer
Ihr Werksgelände stets im Blick

Warum ein Virtualisierungstool ein hilfreiches Werkzeug für Ihre Digital Supply Chain ist

Physische Restriktionen auf dem Werksgelände, Zeitdruck durch termingerechte Anlieferungen und schnelle LKW-Durchlaufzeiten bedürfen zunehmend einer Überblick über die aktuelle Betriebssituation.

Dieser muss selbsterklärend alle relevanten Informationen auf einen Blick darstellen und in Echtzeit verfügbar sein. Wir zeigen verschiedene Einsatzzwecke und Anwendungsbeispiele für eine Visualisierung Ihrer Logistikprozesse auf. Im Folgenden finden Sie Anwendungsbeispiele für Hof- und Gleisvisualisierung sowie die Veranschaulichung von Liegeplätzen in Ihrem Dock.



UNTERSTÜTZUNG BEI DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG BENÖTIGT

Nur wer zu jedem Zeitpunkt die aktuelle Betriebssituation kennt, kann die richtigen Entscheidungen in der Disposition treffen. Doch wie erhalte ich einen Überblick über Transportmittel, Güter und Lokationen in Echtzeit, ohne mehrere Reports und Listen heranziehen zu müssen?

Häufig begegnen wir in Kundenprojekten folgenden Fragen:

  • Welche Verkehrsmittel befinden sich derzeit auf meinem Gelände?
  • Wie ist die Auslastung meiner Lokationen?
  • In welchem Prozessstatus befindet sich die Ressource aktuell?
  • Wo finde ich ein bestimmtes Fahrzeug, einen Wagen, Container oder eine Wechselbrücke?
  • Wo befindet sich eine bestimmte Laderessource oder eine Cargo Unit?
  • Welche Ressourcen befinden sich auf dem Hof und lassen sich einfach auslagern?


MEHRWERT FÜR IHRE LOGISTIKPROZESSE

Aus Gründen der Werkssicherheit, aber auch um den reibungslosen Ablauf der häufig kollaborativ ausgeprägten Supply-Chain-Prozesse zu gewährleisten, ist es enorm wichtig, den Überblick zu behalten. Der innerbetriebliche Werksverkehr muss effizient ablaufen und Entscheidungen müssen schnell sowie auf Basis der korrekten Informationsbasis getroffen werden.

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Ein beispielhafter Disponentenarbeitsplatz mit Arbeitsvorrat (rechts) und Visualisierung (links).

Welche Instrumente können mich dabei unterstützen?

  • Tabellarische Übersichten über Verkehrsmittel auf dem Gelände erlauben schnelle Abfragen.
  • KPIs und grafische Auswertungen können ebenfalls für Realtime-Auswertungen herangezogen werden, insbesondere für Standzeiten, Güterumschlag und den Check von Kapazitätsgrenzen auf dem Gelände.
  • Eine Visualisierung der Betriebssituation im eigenen Verantwortungsbereich (mit oder ohne GPS-Informationen) ist häufig eine sinnvolle Komplettierung, um auf einem zentralen Monitor die As-Is Situation darzustellen. Ein Absprung in den jeweils zugrunde liegenden Orderbeleg ermöglicht das direkte Triggern von Aktionen oder bietet benötigte Detailinformationen. An einem modernen Disponentenarbeitsplatz ist eine Visualisierung der aktuellen Betriebssituation Standard.

 

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Anwendungsgebieten auf Basis des leogistics Yard Visualizers. Dabei wurden neben der klassischen LKW-Hofvisualisierung Werkbahn und Schiffsliegeplätze als Beispiel herangezogen.



ANWENDUNGSGEBIET: VISUALISIERUNG AUF EINEM LKW-HOF

Im klassischen LKW-Prozess unterstützt die Visualisierung den Disponenten bei der Entscheidungsfindung zur optimalen Steuerung der Abläufe auf dem Yard.

Einzelnen Bereiche des Werksgeländes können als Draufsicht grafisch dargestellt werden.

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In einer schematischen Darstellung werden beispielsweise alle sich auf dem Hof befindlichen Fahrzeige angezeigt und gelistet.

Um den aktuellen Prozessstatus auch in der Visualisierung darzustellen, kann der Statuswert eines LKW durch Rahmenfarbe, Füllfarbe oder Schraffur dargestellt werden.

Durch diese Farbnotation ist der Disponent in der Lage, den LKW-Status im Prozess schnell zu identifizieren. 

Zusätzlich können Informationen über ein Mouse-Over angezeigt werden. So ist klar zu erkennen, welcher LKW auf einen Abruf zur Beladung, und welcher LKW auf die Ausgangsverwiegung wartet. 

Einzelne Aktionen im Prozess, wie der Abruf eines wartenden LKWs an das Verladetor, können bequem über die grafische Nutzeroberfläche erfolgen. 



ANWENDUNGSGEBIET: RANGIERDISPOSITION UND BEDIENUNG VON LADESTELLEN IN OPERATIVEN WERKBAHNPROZESSEN

Ein weitere Anwendungsfall für eine Visualisierung von Logistikprozessen stellt der Verkehrsträger Bahn dar. Für die Steuerung der operativen Werkbahnprozesse ist eine Gleisplanvisualisierung unerlässlich. Der Disponent muss zu jedem Zeitpunkt Informationen zur aktuellen Betriebssituation im Yard haben. 

Auf Basis dieser Informationen trifft der Disponent wichtige Entscheidungen. Die Gleisvisualisierung zeigt ihm, auf welchem Gleis sich welcher Wagen befindet. Er erhält zusätzlich Informationen zu Gattung, Ladestatus, Ladung und Prozesstyp.

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Gleisvisualisierung mit Lokationsübersicht und Suche

Die nachfolgend genannten Prozessschritte können nur dann fehlerfrei durchgeführt werden, wenn zu jedem Zeitpunkt vollständige Transparenz über den Standort jedes einzelnen Wagens herrscht: 

  • die Zerlegung der Eingangszüge, 
  • das termingerechte Bedienen der Ladestellen mit den korrekten Wagen, 
  • der Wagentausch zwischen Ladestellen, 
  • Umlauf im Werk, Übergabe der Wagen zwischen den Rangierbezirken, 
  • das Abziehen be- bzw. entladener Wagen von den Ladestellen und
  • die Bildung von Ausgangszügen.


EIN PROZESSBEISPIEL AUS DEM WERKBAHNUMFELD

Eine Ladestelle benötigt einen leeren Wagen einer bestimmten Gattung. Mit der Hilfe integrierten Suchhilfe in der Gleisvisualisierung hat der Werkbahndisponent die Möglichkeit, nach dieser Wagengattung zu suchen. 

Das Ergebnis der Suche liefert alle Wagen dieser Gattung mit Standort zurück.  Der Disponent kann jetzt entscheiden, welcher Wagen für die Rangierlok am einfachsten auszurangieren ist, um die Ladestelle effektiv und termingerecht zu bedienen. 



ANWENDUNGSGEBIET: LIEGEPLATZPLANUNG FÜR SCHIFFE

Für Betreiber eines eigenen Terminals oder Docks kann eine grafische Darstellung aller Binnen- oder Hochseeschiffe an dem jeweiligen Liegeplatz ein geeignetes Werkzeug sein, um Entscheidungen über das Anlegen weiterer Schiffe oder die allgemeine Verkehrsplanung (Ein- und Auslaufen) zu treffen.

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Schiffsliegeplätze werden als „belegt“ oder „frei“ angezeigt. Ein Mouse-Over bietet Zusatzinformationen zum Schiff.

Das Suchen nach Schiffen, ein Mouse-Over mit entsprechenden Zusatzinformationen und ein Colour-Coding passend zum jeweiligen Prozess-Status (beispielsweise Festgemacht, In Be-/Entladung, Abgefertigt) sind die Kernfunktionen dieser Visualisierung.



DER YARD DESIGNER ALS TEIL DER LEOGISTICS D.S.C.

Das Gegenstück zur Yard Visualisierung ist der Yard Designer. Beide Tools sind fester Bestandteil der leogistics d.s.c. und kommen in den verschiedensten Branchen zum Einsatz.

Der Yard Designer ist ein grafisches Werkzeug, mit dem der Nutzer via Drag & Drop die Lokationen des Yard auf Basis der vorhandenen Stammdaten modellieren kann.

Stammdateninformationen wie beispielweise die Länge eines Gleises unterstützen den Nutzer bei der Anlage der Lokationen in einer GEO-Karte oder in der schematischen Darstellung. Die Möglichkeit der Unterteilung des Yards in verschiedene Bereiche/Gruppen  (z. B. Vorbahnhof, Lager, Verladetore) schafft zusätzlich Übersichtlichkeit und die Möglichkeit der Separierung unterschiedlicher Verkehrsträger auf einem Yard (z. B. LKW/Bahn). Für jede Visualisierungsgruppe kann eine selbst erstellte Grafik als Hintergrund-Overlay verwendet werden.

Für die Modellierung von beispielsweise mehreren LKW-Stellplätzen an Ladetoren bietet der Yard Designer verschiedene Wizzards, mit denen die Anlage schnell, komfortabel und flexibel erfolgen kann. Auch Änderungen an bereits gezeichneten Lokationen sind für den Nutzer einfach durchführbar.



WELCHEN NUTZEN BRINGT DER YARD DESIGNER IM LAUFENDEN BETRIEB?

Ein Vorteil des Yard Designers ist es, dass Sie selbstständig auf bauliche Veränderungen im Yard reagieren können. Wenn eine neue Verladehalle auf dem Yard errichtet wird, können Sie die neuen Lokationen bequem mit dem Yard Designer nachträglich zeichnen.

Häufig weichen Unternehmen in Spitzenzeiten auf Lagerbereiche außerhalb der eigenen Werksgrenzen aus und mieten vorrübergehend Stellflächen an. Diese Stellflächen müssen ebenfalls verwaltet werden. Mit dem Yard Designer ist es möglich, diese Lokationen schnell und komfortabel über eine grafische Benutzeroberfläche anzulegen.



WELCHES DEVICE FÜR YARD VISUALIZER UND DESIGNER

Durch das SAP UI5 Framework erhält der Nutzer eine moderne, aufgeräumte und performante Benutzeroberfläche, welche sowohl auf dem 65 Zoll Bildschirm in der Eingangshalle, auf dem Desktop des Disponentenarbeitsplatzes, einem Tablet oder auf dem Smartphone responsive ausgeführt werden kann. 



GEO-KARTE ODER SCHEMATISCHE ANSICHT?

Diese beiden Arten der Visualisierung ergänzen sich hervorragend.

In der schematischen Visualisierung geht es vor allem darum, möglichst viele Lokationen und Informationen auf einem Bildschirm darzustellen. Dies ist vergleichbar mit der Darstellung eines U-Bahn-Netzes. Es ist möglich, Lagerplätze und Hallen auf einem Bildschirm direkt nebeneinander und in anderen Größen-Relationen darzustellen, obwohl diese in der Wirklichkeit mehrere hunderte Meter auseinander liegen und unterschiedlich groß sind. 

In der Praxis möchte der Disponent beispielsweise den LKW-Check-In Bereich zusammen mit Toren an den Hallen auf einem Bildschirm darstellen, ohne Zoom und Scrolling. Der Vorteil dieser Darstellung liegt auf der Hand: Er bekommt sehr viele Informationen komprimiert auf einem Bildschirm. 

Die Geo-Visualisierung der Lokationen und Ressourcen auf Basis von OpenStreetMap, HERE oder GoogleMaps stellt den tatsächlichen Standort auf Basis von GPS-Koordinaten dar.

Für jede Lokation können die korrekten GPS-Koordinaten erfasst oder im Yard Designer grafisch auf der GEO-Karte erfasst werden. So ist es möglich, über ein GPS-Tracking festzustellen, wann sich eine Ressource auf welcher Lokation befindet, um die entsprechenden Folgeprozesse zu triggern.



AUF DEM WEG ZU IHREM DIGITAL YARD TWIN

Die Integration von Sensordaten in die Visualisierung bietet zusätzlichen Nutzen. Es ist möglich, die Ressourcenbelegung (von beispielsweise Ladestellen) mittels IoT-Devices zu kontrollieren, oder  GPS-Informationen und die Anzeige aktueller Messdaten (wie Temperatur, Luftdruck) auf einer Karte darzustellen.

Haben auch Sie Interesse daran, Ihren logistischen Verantwortungsbereich visuell darzustellen? Können Ihnen Echtzeitinformationen zu Ihren Ressourcen und Lokationen – grafisch übersichtlich dargestellt – bei der Entscheidungsfindung helfen? 

Wir beraten Sie gerne bei der Analyse Ihrer Anforderungen und setzen diese für Sie um.

Bei Fragen zu diesem oder anderen Themen im Blog wenden Sie sich bitte an blog@leogistics.com.

Frank Würschnitzer
Development Architect

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