20.03.2019 | Blog
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Nie wieder Muskelkater beim Kommissionieren


WIE EINE AUTOMATISIERTE LAGER-REORGANISATION IM SAP EWM DEN KOMMISSIONIERUNGSPROZESS OPTIMIEREN KANN

Komplexe Lieferketten, Durchlaufzeiten und kürzere Produktlebenszyklen führen zu ständig wechselnden Lagerbeständen und Kundennachfrageverhalten. Die Lagerverwalter müssen in Bezug auf die Kosten wettbewerbsfähig bleiben, aber auch unter diesen schwankenden Bedingungen ein hohes Maß an Produktverfügbarkeit und Kundenservice aufrechterhalten. Ein wesentlicher Kostenfaktor ist der Kommissionierungsprozess, der mehr als die Hälfte der Betriebskosten eines Distributionszentrums verursachen kann. Die Zuordnung von Artikeln zu Lagerplätzen hat einen großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit eines Lagers, insbesondere wenn das Lager nicht automatisiert, sondern von menschlichen Kommissionierern bedient wird.


LÄNGERE LAUFWEGE IM LAGER

Durch schwankende Auftragslagen kann die Kommissionierungsleistung in einem Lager rapide abnehmen, beispielsweise weil ein vermeintlicher Schnelldreher auf Grund saisonaler Auftragslage keine hohe Nachfrage vorweisen kann. Die Lagereinheit blockiert einen wertvollen Lagerplatz für aktuelle Schnelldreher und erhöht damit die Laufwege. Aus diesem Grund sollte eine Anpassung der Lagerplatzzuordnung an veränderte Materialflussanforderungen erfolgen: Hierfür sind Produkte umzulagern, deren Entnahmehäufigkeit gestiegen oder gesunken ist und daher näher am bzw. weiter vom I/O-Punkt zu lagern sind.


RESTRIKTIONEN BEI DER PROBLEMLÖSUNG

Nicht alle Lagerplatzzuordnungen sind aufgrund von Belastungsbeschränkungen, Größenbeschränkungen oder besonderen Lageranforderungen bestimmter Materialien möglich.

Aus Kostengründen präferieren Lagerleiter eine induktive Reorganisationsmaßnahme, welche den Fokus auf die Identifizierung von Schwachstellen und deren Behebung legt. Dadurch findet eine kontinuierliche Verbesserung der Lagerplatzzuordnung im Bezug zur Zielfunktion statt und kann während der Arbeitszeit oder durch Überstunden erfolgen. In kurzen Abständen wird eine geringe Anzahl Lagereinheiten bewegt, die bereits zu einer Verbesserung der Zielfunktionen führt. Dieser Ansatz erschwert die Lager-Reorganisation ungemein, da neben den genannten Restriktionen auch die vorhandenen Ressourcen zu berücksichtigen sind, um eine Lager-Reorganisation während dem laufenden Betrieb zu gewährleisten. Infolgedessen ist sorgfältig zu entscheiden, welche Lagereinheiten, wohin, wie und wann umgelagert werden sollen.


WELCHE MAßNAHMEN REDUZIERT DEN RESSOURCENEINSATZ

Zur Unterstützung einer Lager-Reorganisation bietet SAP EWM eine Standardfunktionalität, die allerdings auf einer statischen Bewertungsgrundlage basiert und zudem keine Kosten-Nutzen-Analyse durchführt. Im Rahmen einer Forschungsarbeit wurde eine effiziente, kostenberücksichtigende und automatisierte Lager-Reorganisation im SAP EWM implementiert, die auf einer mehrdimensionalen Bewertungsgrundlage basiert und vollständig im Lagerverwaltungsmonitor integriert ist.

Ziel dieser automatisierten Reorganisation ist es, eindeutige Empfehlungen auszusprechen, welche visuell mithilfe eines Ampel-Systems und eines Rankings dargestellt werden. Die Komplexität dieser Ermittlung wird dabei vom Anwender ferngehalten.

Das Ranking besteht aus einer mehrdimensionalen Bewertungsgrundlage:

• Nachfragestabilität (Wie stabil ist die Nachfrage des Produkts?)
• Wichtigkeit (Wie groß ist die Distanz der Handling Unit zum optimalen Lagerplatz?) 
• Dringlichkeit (Wie lange liegt die Handling Unit schon falsch?) 
• Kosten/Nutzen (Wie lohnenswert ist die Umlagerung der Handling Unit?)

Die genannten Scores ergeben in Kombination einen Reorganisations-Score, der wiederum durch eine Gewichtung der Einzel-Scores beeinflusst werden kann. Je höher dieser ausfällt, desto höher ist die Empfehlung zur Lager-Reorganisation für die entsprechende Handling Unit.

 

Gerne unterstützen wir Sie bei der Analyse Ihrer Lagerorganisation im SAP EWM. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an blog@leogistics.com.

Julian Richter
Consultant SAP EWM