leogistics d.s.c. | 20. 02. 2020
by Jan-Philipp Horstmann
Seien Sie der Zeit voraus

WIE SIE DIE AUSLAGERUNG AUTOMATISIERT ÜBER GEO-FENCING STARTEN


Standzeiten stellen einen erheblichen Kostenfaktor bei der Verladung von LKWs dar. Diese Standzeiten zu reduzieren, ist damit ein viel diskutiertes Thema in unseren Workshops zur Hofsteuerung. Wir haben mit Hilfe unserer Track-and-Trace-Lösung myleo / tnt eine Möglichkeit geschaffen, die Schritte der zweistufigen Kommissionierung im Lager je nach Entfernung des LKWs zu prozessieren und damit sowohl die Kapazitätsauslastung im Lager zu erhöhen als auch Wartezeiten für LKWs zu verringern.

Wie Sie die Ankunftszeit von LKWs ermitteln und diese Information zum Triggern der Auslagerung verwenden können, erläutern wir in diesem Blogbeitrag.



WOHER KOMMEN DIE ECHTZEITINFORMATIONEN IM ZULAUF?

In unserem Case werden die eingehenden Transporte aus dem SAP ERP (LE-TRA) beauftragt. Der Spediteur nimmt den Frachtauftrag an, integriert ihn in seine Tourenplanung und bucht ein Zeitfenster für die Tour in myleo / slot. Bei Anbindung der Onboard-Unit der LKWs des Spediteurs an unser myleo / tnt, stehen aktuelle Informationen über die derzeitige Position des Fahrzeugs in Echtzeit zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Informationen kann nun die Ankunftszeit beim Werk ermittelt und im myleo / tnt diesem zur Verfügung gestellt werden. Sobald sich der LKW im direkten Zulauf befindet, kann zudem die geographische Position des LKW angezeigt werden.



TELEMATIKSYSTEME UND ANBIETER

Telematiksysteme werden in Fahrzeugen von Transport- und Logistikunternehmen unter anderem eingesetzt, um Positionsdaten zu ermitteln. Mittels dieser Daten kann jederzeit eine Auskunft über die erwartete Ankunftszeit gegeben werden. Durch die Anbindung von gängigen Telematiksystemen (wie zum Beispiel Fleetboard und Spedion) können nicht nur die relevanten Positionsdaten und Wegpunkte des LKW ausgelesen, sondern je nach Telematiksystem auch direkte Push-Nachrichten an den Fahrer zur Information gesendet werden. 



INTEGRATION VON GPS-INFORMATIONEN

Die Basis der Integration stellt dabei die Anbindnung der Telematiksysteme an myleo / tnt über eine standardisierte API dar. Mit der Bereitstellung von Ankunftsdaten auf Basis von GPS-Informationen aus der Telematikeinheit wird eine Transparenz geschaffen, die sowohl dem Frachtführer durch verringerte Wartezeiten als auch dem Verlader durch effizientere Planung Vorteile verschaffen kann. 

Um die Telematikdaten der Spediteure nutzen zu können, spielt das Thema Datenschutz an dieser Stelle eine wichtige Rolle. Es wird daher sichergestellt, dass die vom jeweiligen Telematiksystem übermittelten Daten nach Kunden- und Lieferrelevanz gefiltert werden und nur diese entsprechend im myleo / tnt  bezüglich der voraussichtlichen Ankunftszeit dem Nutzer zur Verfügung gestellt werden. 



BUCHUNG EINES ZEITFENSTERS

Im Rahmen der Tourenplanung bucht der Disponent des Spediteurs ein Zeitfenster für die Anlieferung bzw. Verladung. Die Avisierung von LKW-Informationen muss dabei nicht mehr, wie sonst üblich, durch den Disponenten erfolgen. Stattdessen kann das Kennzeichen durch die Integration der Telematikeinheit ermittelt werden. 

Zeitfensterübersicht mit Colour-Coding in myleo / slot



TRACKING AND TRACING

Mittels der Informationen aus der Onboard-Unit (Telematik) erfolgt das GPS-Tracking des LKW und die kontinuierliche Ankunftzeitberechnung beim Werk zur Abholung und zur Anlieferung beim Warenempfänger. 

Sogenannte Geo-Fences beschreiben die Entfernung des LKW von einer Lokation in Form der Dauer. Die Größe kann individuell festgelegt werden. Sobald der LKW die Isoline (die Grenze des Geo-Fences) überschreitet, wird eine Nachricht getriggert, die im empfangenden System eine Aktion auslösen kann (und in unserem Fall eine automatisierte Auslagerung). Im konkreten Beispiel bedeutet dies, dass eine Push-Nachricht getriggert wird, sobald sich der LKW 30 Minuten vom Be- oder Entladepunkt entfernt befindet. 

Track-and-Trace mit myleo / tnt



KNAPPE FLÄCHEN VOR DEM TOR – DIE ZWEISTUFIGE KOMMISSIONIERUNG

Wird der Kommissionierprozess in zwei voneinander getrennte Stufen geteilt, spricht man von Zweistufiger Kommisssionierung. Die Vorteile liegen darin, dass zum einen im ersten Schritt Waren für mehrere Auslieferungen gesammelt aus dem Lager entnommen werden, zum anderen der Abruf an das Tor zur Verladung genau terminiert werden kann.
 

Beispielhafte Integration der SAP-Welt mit der myleo / dsc



In unserem Fall werden die beiden Kommissionierschritte durch das Track-and-Trace System (myleo/ tnt) vorgegeben:

  1. Ist der LKW eine Stunde Fahrzeit vom Werk entfernt, triggert die Überschreitung der ersten Isoline die Auslagerung in der Lagerverwaltung aus einem Hochregallager. Hierbei wird eine Fördertechnik angesprochen, um Paletten auf einen Kommissionierpunkt zu verbringen. Da die Fläche vor den Verladetoren in vielen Fällen zum Bottleneck wird, werden die knappen Kapazitäten zu diesem Zeitpunkt noch nicht belegt. Sollte es im weiteren Verlauf der Tour zu Verzögerungen kommen, behält sich der Verlader alle Optionen vor, Verladungen umzuplanen. Dem Triggern des Auslagerungsprozesses durch das Track and Trace liegt zudem ein Regelwerk zugrunde, das den Prozess nur starten lässt, wenn auch ein Zeitfenster für die voraussichtliche Ankunftszeit gebucht wurde. 
  2. Duchfährt der LKW eine Isoline 30 Minuten vom Werk entfernt, beginnt der zweite Kommissionierschritt. Die ausgelagerten Paletten werden mit dem Stapler zum Tor gefahren und für den Versand vorbereitet. Eine Verzögerung der Ankunft des LKW sowie der Verladung ist nun recht unwahrscheinlich. 


ABFERTIGUNG MIT leogistics YARD MANAGEMENT

Erscheint der LKW pünktlich mit Start des gebuchten Zeitfensters, kann er direkt zum Ladetor durchfahren. Sollte er zum gebuchten Fenster nicht eintreffen, wurde wahrscheinlich schon basierend auf Informationen aus dem Track and Trace umdisponiert. Denn Verspätungen werden dem Planer in einem Übersichts-UI der Zeitfenster-Lösung (leogistics Slot, myleo / slot) angezeigt.



VORTEILE DER GANZHEITLICHEN SUPPLY CHAIN LÖSUNG

Durch die Abdeckung des gesamten Supply Chain Prozesses von der Beauftragung, über Zeitfensterbuchung und Avisierung, bis hin zur Bereitstellung und Abfertigung auf dem Hof, bietet das oben genannte Lösungsportfolio eine ganze Reihe an Vorteilen:

Vorteile
Reduktion der Standzeiten

Beschreibung
Durch die Buchung von Zeitfenstern in Verbindung mit dem Tracking des LKW werden „Plan“ und „Ist“ regelmäßig abgeglichen. Auf Verzögerungen kann schnell durch Umplanung reagiert werden.


Vorteile
Optimierter Ressourceneinsatz

Beschreibung
Neben der exakten Terminierung von Be- und Entladevorgängen können auch die häufig knappen Bereiche am Tor optimal genutzt werden.


Vorteile
Transparenz auf dem Hof

Beschreibung
Der Prozess der Tourenavisierung und LKW-Abfertigung ist vollkommen transparent und kann über Management-by-Exception weitestgehend standardisiert und optimiert werden.

VORTEILEBESCHREIBUNG
Reduktion der StandzeitenDurch die Buchung von Zeitfenstern in Verbindung mit dem Tracking des LKW werden „Plan“ und „Ist“ regelmäßig abgeglichen. Auf Verzögerungen kann schnell durch Umplanung reagiert werden.
Optimierter Ressourceneinsatz Neben der exakten Terminierung von Be- und Entladevorgängen können auch die häufig knappen Bereiche am Tor optimal genutzt werden.
Transparenz auf dem HofDer Prozess der Tourenavisierung und LKW-Abfertigung ist vollkommen transparent und kann über Management-by-Exception weitestgehend standardisiert und optimiert werden.

Sie interessieren sich für LKW-Tracking mit Telematikanbindung? Wir beraten Sie gerne bei der Analyse Ihrer persönlichen Anforderungen!

Bei Fragen zu diesem oder anderen Themen im Blog wenden Sie sich gerne an blog@leogistics.com.

Jan-Philipp Horstmann
Kathrin Janshen
Consultants SAP Logistics

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